Wie sollen wir das nur schaffen? – diese Frage stellten wir uns, als zum Schuljahr 2015/16 an unserer Schule eine Vorbereitungsklasse eingerichtet wurde, da geplant war, ein ehemaliges Hotel in Mitteltal mit Flüchtlingen zu belegen.

Die Kinder sollen die deutsche Sprache erlernen und somit möglichst schnell in die Regelklassen integriert werden. Da jedoch nicht genügend Lehrerstunden zur Verfügung standen, mussten wir diese Kinder integrativ beschulen, d.h. sie nehmen am normalen Unterricht der anderen Kinder teil und erhalten einige Stunden Deutschkurs.

Anfangs besuchten nur Kinder aus EU-und anderen Staaten diese Klasse, erst nach ein paar Wochen kamen zwei Flüchtlingskinder aus Syrien dazu. Mit 10 Kindern aus Syrien, Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Indien und Kanada starteten wir in dieses Experiment. Kinder aus verschiedenen Nationen, die kein Wort deutsch sprechen, und dazu die Regelschüler, die nicht vernachlässigt werden dürfen – das war und ist auch heute noch eine Herausforderung, die von den Lehrerinnen und Lehrern viel Verständnis, großen engagierten Einsatz und eine Menge zusätzlicher Arbeit bedeutet.

Nach und nach kamen weitere Kinder aus Irak, Iran und Afghanistan, so dass wir Kinder unterschiedlichen Alters von Klasse 1 bis 4 und nun auch Kinder ohne geringste Deutschkenntnisse und schon fortgeschrittene Kinder haben, die in unterschiedlichen Kursen unterrichtet werden müssen. Mit Frau Ferrer bekamen wir auch eine Lehrerin, die für die Deutschkurse zuständig ist.

Bei der Arbeit mit verschiedensten Lernmaterialien, Computerprogrammen und Stunden draußen in der Natur und im Dorf, aber auch durch das Zusammenleben und -lernen mit den deutschen Schülern lernten unsere VKL-ler recht schnell so viel deutsch, dass wir uns immer besser verständigen können. Unsere deutschen Kinder lernen auch von ihnen, ihre Situation in ihren Heimatländern kennen, wie sie auf der Flucht bis zu uns kamen und mit welchen Schwierigkeiten sie hier bei uns zu kämpfen haben. Trotz ihrer schwierigen Situation sind diese Kinder überaus freundlich und die meisten auch lernwillig und lernbegierig. Dies macht die Integration und die Arbeit mit ihnen leichter und für uns spannend.

Inzwischen können einige Kinder in die Regelklasse aufgenommen werden, andere werden unsere Schule verlassen, da sie nach den Sommerferien eine weiterführende Schule besuchen werden.

Durch viele Spenden aus unserer Elternschaft konnten wir bei uns an der Schule eine kleine Kleiderkammer einrichten und so die Flüchtlingskinder mit den ersten notwendigen Materialien wie Sportkleidung, Schulmaterialien u.a. ausstatten.

Freundliche und lachende Kindergesichter, ein freundliches „Hallo, wie geht es dir? Mir geht es gut.“ und zu sehen, wie diese Kinder mit den einheimischen Kindern spielen und schnell lernen, bereitet Freude auch bei uns Lehrerinnen und Lehrern.

Die Vorbereitungsklasse ist somit nicht nur eine Herausforderung sondern auch ein Gewinn für unsere Schule.